Alternative und Linke Medien

Diskussion & Workshop – Tageszeitung junge Welt, Radio WiderhallUnsere Zeitung, WienTV.org
(Samstag, 3. März, 14:00 bis 15.30 Uhr, Kursraum 10)

Die österreichische Medien- und Meinungslandschaft wird vom ORF, von den Boulevardmedien und von wirtschaftsliberalen bis konservativen Tageszeitungen dominiert. Besonders das Phänomen der Gratiszeitungen hat in den letzten Jahren starke Veränderungen hin zu einem noch plumperen und aggressiveren Grundtenor bewirkt, in dem progressive, demokratische, linke Positionen scheinbar chancenlos bleiben. Um mehr Menschen – auch außerhalb der vielzitierten „linken Blase“ – zu erreichen, führt kein Weg an neuen Konzepten und professionell gestalteten alternativen und linken Medien vorbei. In dieser Diskussion werden einige dieser Konzepte sowie Erfahrungen linker Medien vorgestellt und vor allem wird gefragt: Wie können wir uns vernetzen, um die Macht des rechten Mainstreams zu brechen?

Es diskutieren (u.a.):

„Geheimsache Rosa Luxemburg“

Portraittheater-Performance am zweiten Tag der I. Rosa Luxemburg Konferenz in Wien: Samstag, 3. März, 10 Uhr

Rosa Luxemburg – viele Menschen kennen nur ihren Namen. Von manchen wird sie verherrlicht, von anderen verdammt. Doch was hat diese Frau tatsächlich gedacht und gemacht? Was hat sie zu aktuellen Themen wie Demokratie, Kapitalismus und Demokratie zu sagen?

Anita Zieher als Rosa Luxemburg (Foto: © Reinhard Winkler/portraittheater.net)

Eine Frau redet, stört, polarisiert. Rosa Luxemburg war eine bedeutende Kämpferin, Theoretikerin und Politikerin der europäischen Arbeiterbewegung. Ihr gewaltsamer Tod, die Gefängnisaufenthalte, das unbedingte Einstehen für ihre Ansichten, der Kampf für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter waren einzigartig in der Geschichte. Ihre Briefe zeugen von einer sensiblen und unerschütterlich optimistischen Einstellung. Ihre Reden gelten als brillante Glanzstücke der Rhetorik. Aber sie gilt auch als fehlerhaft, als aufmüpfige Sozialdemokratin, als Kommunistin, Abtrünnige und Aufhetzerin.

Unpolitisch sein heißt politisch sein ohne es zu merken.
Rosa Luxemburg

„Talking About A Revolution“

Nina Maron, Fritz und Philipp Nussböck eröffnen die Rosa Luxemburg Konferenz 2018 am Freitag, den 2. März um 18.30 Uhr

„We dont need another hero“ – 70x50cm Öl auf Leinwand – © Nina Maron

Ausstellung: „Talking About A Revolution“

Nina Maron verwehrt sich gegen jede Form von Eindimensionalität und Bruchlosigkeiten, mit beinah soziologischer Akribie decouvriert sie gesellschaftliche Prozesse der Entstehung, Verfestigung und Fortschreibung (bewusst wie unbewusst), sowie das gegenseitige Einander Bedingen von Zuschreibungen, Klischees, Vorurteilen oder Tabus – und verweist weiter auf die ihnen zugrunde liegenden Strukturen, Systematiken. (Textauszug Evelyn Schalk/Ausreisser)

Die Ausstellung „Maron/Maron – Talking About A Revolution“ spannt einen malerischen Dialog mit den Werken von Nina Maron als auch von ihrem Vater, dem im Juli 2016 verstorbenen Liedermacher und Künstler Sigi Maron. Sigi Maron war der Inbegriff und eine Galionsfigur der österreichischen Polit-Singerszene, ein überzeugter Atheist und Kommunist. Seine Tochter Nina (geb. 1973) studierte bei Prof. Adolf Frohner an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und arbeitet seit 1993 international erfolgreich als freischaffende Künstlerin.

Fritz Nussböck

Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung von Fritz und Philipp Nussböck. Liedermacher Fritz Nussböck, pensionierter Uhrmacher, hat viele Lieder und G’schichtln geschrieben – vor allem mit seinem Freund Sigi Maron. Viele Maron-Texte stammen aus der Feder von Fritz bzw. wurden gemeinsam entwickelt. Einige davon werden er und sein Sohn Philipp an diesem Abend zum Besten geben.

Im Anschluss:

20.00 Uhr: „weiter weiter weiter“ von Michail Schatrow – Eine szenische Lesung des Theaterensembles im Umkreis des Instituts ohne direkte Eigenschaften (vulgo „Perinetkeller“)

Aktuelle Situation in Kuba

Workshop & Diskussion – Österreichisch-Kubanische Gesellschaft (ÖKG)
(Samstag, 3. März, 16:00 bis 17:30 Uhr, Kursraum 3)

Letzte Ehre für Fidel Castro in Camagüey (Quelle: Cubadebate)

Die aktuelle Situation Kubas ist geprägt durch mehrere innere und äußere Faktoren. Neben den wichtigsten Zielen Kubas, die Aufhebung der US-Wirtschaftsblockade, die Rückgabe des durch den US-Marinestützpunkt besetzten Gebietes in Guantánamo und die Beendigung der illegalen Unterstützung der internen Subversion durch die USA im Land, sowie der Kampf gegen den weltweiten Medienterror gegen Kuba, hat das Land mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Diese Probleme sind zwar Großteils auf Grund der US-Blockade gegen Kuba sowie der jahrhundertelangen kolonialen Ausbeutung (so wie in anderen Ländern der „Dritten-Welt“) entstanden, haben jedoch auch interne Gründe. 2011 wurden in einem beispielhaft demokratischen Prozess Reformen erarbeitet, die viele private Kleinunternehmen entstehen ließen und Auslandsinvestitionen anziehen sollen. Ziel ist, der Bevölkerung eine Verbesserung der Lebensbedingungen zu ermöglichen.

Am 19. April wird der Präsident Kubas durch das kubanische Parlament (Poder Popular) gewählt, deren Abgeordnete bei den allgemeinen Wahlen vom 11. März gewählt werden. Raúl Castro wird nicht mehr als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung stehen. Dies bedeutet, dass die Generation der Revolutionäre von 1959 an der Spitze Kubas abgelöst wird. Die Bedeutung dieser Veränderung soll im Workshop diskutiert werden.

Die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft betreibt seit 1969 Solidarität mit Kuba. Was das bedeutet und welche Bedeutung diese Solidarität für Kuba und Österreich hat, wollen wir unter dem Motto „Warum sind wir mit Kuba solidarisch?“ darstellen.

Am Podium:

  • Marieta García Jordán, Geschäftsführende Botschafterin der Republik Kuba in Österreich
  • Jessica Müller, Präsidentin der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft
  • Ali Kohlbacher, seit der Gründung der ÖKG in der Solidaritätsarbeit für Kuba aktiv

„Kann Rosa Luxemburg als Feministin bezeichnet werden?“

Vortrag von Klara Schärr – Rosa Luxemburg Institut (Österreich)
(Samstag, 3. März, 14:00 bis 15.30 Uhr, Kursraum 8)

Das Generalthema der Konferenz: „Eure Ordnung ist auf Sand gebaut“, wird in Hinblick auf das Patriarchat reflektiert und analysiert.

Klara Schärr erläutert, was unter „Feminismus“ zu verstehen sei und wie sich dies seit 1968 verändert hat: Inwiefern hat Rosa Luxemburg zu den feministischen Themen Analysen geleistet und/oder sich an Aktionen beteiligt, welche damals nicht so hießen, aber der Sache nach dazugehören.

ROSA LUXEMBURG: „Ich bin ein Land der unbeschränkten Möglichkeiten“ (Rosa-Luxemburg-Institut)

Die Politikwissenschaftlerin Klara Schärr hat in Berlin an der 68er Bewegung mitgemacht und überblickt mehrere Jahrzehnte linker und feministischer Politik.

Sie ist Autorin des Aufsatzes „Rosa Luxemburg: Mit Hirn und Herz gegen Imperialismus, Militarismus und Krieg“ im Buch des Rosa Luxemburg-Institutes WIEN. Das Buch wird ergänzend zum Vortrag kurz vorgestellt von Margarete Maurer.

Generation prekär – WEHR DICH!

PraktikantInnen, Lehrlinge und BerufseinsteigerInnen im Fokus gewerkschaftlicher Debatten

Workshop – GPA-djp Jugend
(Samstag, 3. März, 16:00 bis 17:30 Uhr, Kursraum 8)

Foto: www.watchlist-praktikum.at

Viele Jüngere werden in immer prekärer Formen des Einstiegs in das Berufsleben gedrängt. Praktika, Werkvertrag, Befriste Arbeitsverträge und Co bestimmen den Berufseinstieg vieler junger Menschen heute. Was sind hier gewerkschaftliche Herausforderungen und wie kann die Gewerkschaft auf diese Entwicklungen reagieren?

Alternative Handelsbeziehungen

TTIP, CETA, EPAs, JEFTA -Freihandelsabkommen soweit das Auge reicht!

Workshop mit Julia Eder – Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik & weltumspannend arbeiten
(Samstag, 3. März, 16:00 bis 17:30 Uhr, Kursraum 9)

Massenprotest in Berlin gegen TTIP/CETA am 10. Oktober 2015 (Foto: foodwatch/flickr.com; Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Im Workshop setzen wir uns damit auseinander, wie Freihandelspolitik und zwischenstaatliche Kooperation zusammenhängen bzw. in Verbindung gebracht werden. In einem zweiten Schritt beschäftigen wir uns mit alternativen Formen Handel zwischen Staaten zu organisieren. Dafür sehen wir uns ausgewählte Beispiele aus  Vergangenheit und Gegenwart an und diskutieren, was wir von ihnen für den aktuellen österreichischen bzw. europäischen Kontext lernen können.

„Weiter weiter weiter“

Freitag, 2. März, 20 Uhr: Eine szenische Lesung des Theaterensembles im Umkreis des Instituts ohne direkte Eigenschaften (vulgo „Perinetkeller“)

Die fiktiven Dialoge zur Oktoberrevolution von Michail Schatrow 

Mitwirkende: Walter Famler, Peter Friedl, Kathrin Gräble, Andrea Hiller, Rainer Krispel, Rudi Lehner, Traude Lehner, Felix Mautner, Maren Rahmann, Evi Rohrmoser, Martin Tichy.

Das Theaterensemble im Umkreis des Instituts ohne direkte Eigenschaften wendet sich Michail Schatrow zu – dem russischen Dramatiker der „Perestrojka“, wie die von Gorbatschow geprägte Umbruchsphase genannt wird. Die Debatte um das Stück „weiter weiter weiter“ zählte insbesondere im Jahr 1988 zu den die sowjetische Gesellschaft auseinanderreißenden Themen.

Schatrows „Sprachrohre“ in dem Stück sind Lenin, Rosa Luxemburg und Bucharin.

Linke Kommunalpolitik

Vortrag & Diskussion mit Robert Krotzer (KPÖ Graz)
(Samstag, 3. März, 16:00 bis 17:30 Uhr, Kursraum 1)

Robert Krotzer ist seit April 2017 Stadtrat für Gesundheit und Pflege in Graz, wo die Kommunistische Partei seit mittlerweile über fünf Jahren zweitstärkste Partei in der zweitgrößten Stadt Österreichs ist.

Schon als Schüler engagierte er sich in der Kommunistischen Jugend Österreichs (KJÖ), deren Bundesvorsitzender er von 2008 bis 2014 war. An der Österreichischen HochschülerInnenschaft war Krotzer zwischen 2011 und 2013 sowohl als Studienvertreter für Geschichte als auch als Mandatar des Kommunistischen StudentInnenverbandes in der Grazer Universitätsvertretung aktiv. 2012 wurde Robert Krotzer nach dem erfolgreichen Abschneiden der KPÖ zum Gemeinderat der Stadt Graz. Als die Kommunistische Partei ihr Ergebnis bei den Gemeinderatswahlen 2017 abermals ausbauen konnte, wurde er neben Elke Kahr zum zweiten kommunistischen Stadtregierungsmitglied in der Stadt Graz.

Robert Krotzer wird darüber sprechen, wie linke Kommunalpolitik die alltäglichen Fragen mit dem Großen und Ganzen verbinden kann und wie das Motto der steirischen KPÖ „Eine nützliche Partei für das tägliche Leben – und die großen Ziele der ArbeiterInnenbewegung“ in der Praxis konkret aussieht.

Migration und Klassenkampf in Österreich

Workshop – IA.RKP
(Samstag, 3. März, 14:00 bis 15.30 Uhr, Kursraum 6)

Nicht erst mit der gegenwärtig amtierenden erzreaktionären Regierung von ÖVP und FPÖ nehmen MigrantInnen und geflüchtete Menschen eine besondere Stellung im Klassenkampf ein. Sie sind einer gesteigerten Form von Unterdrückung ausgesetzt, welche sich einerseits in einem staatlich und medial geförderten Rassismus aber auch in einer gesteigerten ökonomischen Ausbeutung und sozialer Ausgrenzung ausdrückt. Rassismus und reaktionäre Einstellungen sind dabei als Bestandteil bestehender Spaltungsmechanismen der Werktätigen innerhalb der bürgerlichen Machtverhältnisse zu sehen.

In unserem Workshop möchten wir auf Fragen der betrieblichen und außerbetrieblichen Organisierung von MigrantInnen eingehen, welche über das Level von fortschrittlichen Anti-Rassismus Initiativen hinausgehen und eine wirklich systemverändernde Perspektive bieten kann.

In der Arena des Klassenkampfes stehen sich zwei antagonistische Klassen gegenüber; Bourgeoisie und Proletariat. In dem heute in Österreich vorherrschenden kapitalistisch-imperialistischen Wirtschaftssystem ist der gesellschaftliche Grundwiderspruch jener zwischen den gesellschaftlichen Charakter der Produktion durch die ArbeiterInnen und der privatkapitalistischen Aneignung ihrer Arbeitserzeugnisse. Die „Notwendigkeit der Überwindung des Kapitalismus“ manifestiert sich in unserem Verständnis praktisch in einem Sturz der herrschenden bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse durch eine proletarische Revolution. Gleichzeitig müssen auch heute schon Angriffe gegen bestehende historische Errungenschaften der ArbeiterInnenklasse und die Rechte von MigrantInnen und geflüchteten Menschen auf revolutionär-demokratische Weise verteidigt werden.