Revolutionäre Politik in nicht-revolutionären Zeiten: Die KPÖ Steiermark 1991 ff.

Workshop mit Robert Krotzer, KPÖ-Stadtrat in Graz
(Samstag, 2. März, 13:00 bis 14:30 Uhr, Kursraum 12)

„Ein Gespenst geht um in der Steiermark – das Gespenst des Kommunismus.“ – In unregelmäßigen Abständen machen JournalistInnen großer deutscher Zeitungen Station in der steirischen Landeshauptstadt Graz, um hier Erklärungen zu finden für ein für sie unerklärliches Phänomen: Eine Kommunistische Partei, die wie kaum eine andere marxistische Kraft im deutschsprachigen Raum in der Bevölkerung verankert ist, die in Kommunal- und Regionalparlamenten breit vertreten ist, außerparlamentarische Auseinandersetzungen führt und gerade in der Wohnpolitik soziale Errungenschaften durchsetzen konnte.

Wie es dazu  kam, wie die alltägliche Arbeit der steirischen KommunistInnen aussieht und welche strategischen Überlegungen damit verbunden sind, versuchen der Grazer KPÖ-Stadtrat Robert Krotzer sowie weitere AktivistInnen der steirischen KPÖ zu beleuchten und gemeinsam mit Interessierten zu diskutieren, welche Impulse davon für eine revolutionäre Linke in Österreich ausgehen können.

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Unsere Zeitung – Von der Idee zur Umsetzung

Workshop mit Michael Wögerer, Gründer und Mitherausgeber von Unsere Zeitung – DIE DEMOKRATISCHE.
(Samstag, 2. März, 11:00 bis 12.30 Uhr, Kursraum 6)

Idee & Perspektiven einer demokratischen Mitmach-Zeitung

Im Juli 2014 startete das Projekt „Unsere Zeitung“ mit einem Traum, eine neue progressive Online-Zeitung in Österreich zu etablieren. In einem Land, wo die meisten Medien von Konzernen, Banken und Kirchen indirekt oder direkt kontrolliert werden, war dies ein ambitionierter Ansatz, der rund 5 Jahre danach als gelungen betrachtet werden kann, obgleich es noch viel Potential nach oben gibt.

In diesem Workshop werden wir die Gründungsidee von Unsere Zeitung. DIE DEMOKRATISCHE. vorstellen und die weiteren Perspektiven einer demokratischen Mitmach-Zeitung entwickeln. Interessierte JournalistInnen, FotografInnen, BloggerInnen sind ebenso willkommen, wie alle Menschen, denen eine Veränderung der österreichischen Medienlandschaft am Herzen liegt.

Vernetzung alternativer Medien in Österreich

„Allein machen sie Dich ein!“, heißt es bei Ton Steine Scherben. Der Workshop soll auch dazu dienen Möglichkeiten der Vernetzung alternativer Medien aufzuzeigen. VertreterInnen progressiver Medienprojekte sind herzlich eingeladen Ideen zu sammeln, welcher Maßnahmen es bedarf, um alternative Medien in Österreich zu stärken. Unter anderem soll das kürzlich gegründete Bündnis Alternativer Medien (BAM!) vorgestellt werden.

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Der Protest der Gelbwesten in Frankreich

Workshop mit Marina Mesure, EU-Kandidatin für La France insoumise/Unbeugsames Frankreich
(Samstag, 2. März, 15:00 bis 16.30 Uhr, Kursraum 12)

Seit Oktober 2018 gehen in Frankreich die „Gelbwesten“ (Gilets jaunes) auf die Straße. Was zunächst als Protest gegen eine von Präsident Emmanuel Macron geplante höhere Besteuerung fossiler Kraftstoffe begann, entwickelte sich rasch zu einer breiten sozialen Bewegung mit über 40 Forderungen, darunter die Erhöhung des Mindestlohns, die Erhöhung der Renten und die Wiedereinführung der im Vorjahr abgeschafften Vermögenssteuer.

Wie sieht die soziale Zusammensetzung der Bewegung aus? Wie reagierten etablierte politische Institutionen? Und wie greift die französische Linke ein? Fragen, die wir im von Unsere Zeitung organisierten Workshop beantworten möchten.

Marina Mesure begann ihre Berufslaufbahn in Flüchtlingsfragen beim UNHCR, und mit dem Themen Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bei der International Labour Organization (Internationale Arbeitsorganisation). Anschließend arbeitete sie für internationale Gewerkschaftsorganisationen in Genf, spezialisiert auf Wanderarbeiter, Gewerkschaftskampagnen und die Stärkung der Gewerkschaftsstrukturen in Afrika. Von 2015 bis 2018 war sie für die französische Gewerkschaft CGT Confédération Générale du Travail tätig, wo sie für europäische und internationale Fragen zuständig war. Sie ist Expertin für Fragen der sozialen Sicherheit und der Entsendung von Arbeitnehmern. Seit 2018 arbeitete sie für die Europäische Gewerkschaftsorganisation EFBWW in Brüssel.

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Titelbild/Quelle: brain-magazine.fr

Filmvorführung: „Die Rückeroberung des Paradieses“

El Colectivo Acción Solidaria con México Austria presenta…
Das Kollektiv Solidaritätsaktion mit Mexiko Österreich präsentiert…

Samstag, 2. März, 15:00 bis 16.30 Uhr, Kursraum 10

Die Rückeroberung des Paradieses/
Recuperando el paraíso

„Recuperando el Paraíso“ ist ein unabhängiger Dokumentarfilm über den Widerstand der indigenen Bevölkerung in Santa María Ostula an der mexikanischen Pazifikküste von Michoacan gegen die Übergriffe organisierter Banden und staatlicher Ordnungskräfte. Die Doku erzählt von den Vertreibungen, Entführungen und Morden, denen die Bevölkerung ausgesetzt ist, aber auch von ihrem Entschluss, in der Region kommunale Polizeikräfte zu organisieren, und sich zu bewaffnen, um ihre Gemeinde und Anbaugebiete zurückzuerobern.

Recuperando el Paraíso (Mex. 2017), R: José Arteaga und Rafael Camacho, 72 min, OmeU

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Recuperando el Paraíso es un documental que muestra la resistencia y construcción de autonomía de la comunidad indígena de Santa María Ostula en la costa de Michoacán en contra de los abusos del crimen organizado y de autoridades estatales. El documental cuenta sobre los desplazamientos, las desapariciones forzadas y los asesinatos que sufre la población, pero también sobre su decisión de organizar policías comunitarias de la zona y de levantarse en armas para recuperar su comunidad y sus tierras.

Recuperando el Paraíso (Mex. 2017), D: José Arteaga y Rafael Camacho, 72 min. Producción Terracería y SubVersiones.

Ungarn: Zivilgesellschaft & Gewerkschaften im Widerstand

ÖGB – Internationales Referat: Vortrag und Diskussion mit Károly György, Internationaler Sekretär des Ungarischen Gewerkschaftsbundes MASZSZ
(Samstag, 2. März, 11:00 bis 12.30 Uhr, Kursraum 1)

Károly György, interationaler Sekretär des Ungarischen Gewerkschaftsbunds (Fotoquelle: kontrast.at)

In Ungarn brodelt es. Gegen den zunehmend autoritär regierenden Premierminister Viktor Orban regt sich Widerstand. Ende Dezember gingen tausende Menschen auf die Straße, um gegen ein Gesetz zu protestieren, das die zulässige Zahl der Überstunden pro Jahr von bisher 250 auf 400 erhöht. Inzwischen ist ein breites Bündnis aus Studierenden und fast allen ungarischen Oppositionsparteien entstanden und es geht längst um mehr. In den sozialen Medien kursieren „5 Forderungen für die Freiheit“: An erster Stelle steht die Rücknahme des „Sklavengesetzes“. Außerdem fordert die Protestbewegung weniger Überstunden für die Polizei, unabhängige Gerichte, Bekämpfung der Korruption durch Europäische Behörden und unabhängige Medien. Károly György, Internationaler Sekretär des Ungarischen Gewerkschaftsbundes MASZSZ, berichtet aus erster Hand über den Widerstand von Zivilgesellschaft und Gewerkschaften in Ungarn.

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Titelbild: MASZSZ

My Revolution – Sei dabei!

Workshop von Südwind – Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit
(Freitag, 1. März, 16:00 bis 17.30 Uhr, Kursraum 10)

Nach der erfolgreichen Erarbeitung des ersten „Central European Youth Manifesto“ – bestehend aus  politischen Forderungen von Jugendlichen aus Polen, Italien, Slowenien und Österreich, die am 8.11.2018 in Brüssel von den Jugendlichen selber an EU-PolitikerInnen überreicht wurden, geht das „My Revolution Projekt“ heuer in die zweite Runde!

Basierend auf den Erfahrungen des „My Revolution Projektes 1917/18“ und den von Jugendlichen erarbeiteten Forderungen laden wir Sie – nach einer kurzen Projektpräsentation – zum Erfahrungsaustausch ein:

  • Wie können wir junge Menschen zur aktiven politischen Partizipation motivieren?
  • Wie begegnen wir radikalen politischen Positionen in Jugend-Workshops?

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My Revolution 1968/69 :: Umsetzung 2019

Was waren die Forderungen von Jugendlichen 1968/69 in den USA,  Österreich und anderen Teilen Europas und der Welt und was sind sie heute?

In „My Revolution“-Workshops in Jugendzentren und Jugendgruppen lernen Jugendliche über die bewegte Zeit von 1968/69, die geprägt war vom gewaltsamen Guerillakampf gegen Kapitalismus und Kolonialismus eines Che Guevaras, der gewaltfreien Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King gegen Unterdrückung, soziale Ungerechtigkeit und Rassentrennung sowie den weltweiten Protestbewegungen gegen den Vietnamkriegs.

Dabei steht nicht das Faktenwissen im Vordergrund, sondern was Jugendliche 1968/69 verändern wollten und was ihre Forderungen und Erwartungen an die Politik waren. Darauf aufbauend begleitet Südwind Jugendliche dabei ihre Forderungen für heute und ihr Engagement im Hier und Jetzt zu formulieren.

Die Ergebnisse sind Diskussionsgrundlage für Jugendkonferenzen zuerst auf österreichischer und dann auf europäischer Ebene in denen ein gemeinsames „Central European Youth Manifesto“ erarbeitet und bei einem Runden Tisch mit PolitikerInnen im Europäischen Parlament in Brüssel präsentiert wird.

Titelbild: Central European Youth Manifesto – überreicht im EU-Parlament in Bürssel – am 8. Nov. 2018  (Quelle: Südwind, Regina Webhofer)

Warum sollten sich MarxistInnen für Ästhetik interessieren?

Workshop der Gesellschaft für dialektische Philosophie Wien
(Samstag, 2. März, 11:00 bis 12.30 Uhr, Kursraum 10)

Warum gab es keine sozialistischen Horrorfilme aber jede menge düstere Märchen aus dem Ostblock? War die romantische Literatur wirklich eine Erfindung des britischen Geheimdienstes? Warum dominieren rechte Partien obwohl sich fast alle im Kulturbetrieb als links verstehen? Und warum laufen seit dem Ende der SU immer noch die gleichen Filmreihen im Kino und die Musik der 1980er im Radio? Keine dieser Fragen werden wir im Laufe der 90min des Workshops beantworten können.  Und erst Recht nicht das Thema unsere kommenden Konferenz „Realismus als ästhetisches Prinzip“.

Aber wir, die Gesellschaft der dialektischen Philosophie Wien, wollen Anhand von kurzen Textbeispielen marxistischer ÄsthetikerInnen das Feld einmal kurz aufrollen und zeigen was es alles zu entdecken gibt und damit das Interesse wecken sich mehr damit zu beschäftigen. Voraussetzungen gibt es keine.

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Der Kampf gegen Kinderarbeit im Kakao- und Tabakanbau

Workshop von weltumspannend arbeiten mit Gerhard Riess (Gewerkschaft PRO-GE)
(Freitag, 1. März, 16:00 bis 17.30 Uhr, Kursraum 3)

Kinderarbeit ist ein globales Problem. Die reichen Industrieländer sind, weil sie die Produkte der Kinderarbeit kaufen, ebenso Teil des Systems wie die Erzeugerländer, wo Kinder für harte Arbeit herangezogen werden. Kinderarbeit auf Kakao- und Tabakplantagen ist besonders weit verbreitet. Laut einem Bericht der Tulane Universität (USA) aus dem Jahr 2015 arbeiten allein in der Elfenbeinküste und in Ghana mehr als zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen.

Fast alle Staaten der Welt haben sich dazu verpflichtet, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2025 vollständig abzuschaffen, und obwohl sich im Jahr 2001 alle großen Schokolade-Unternehmen auf die Abschaffung der Kinderarbeit im Kakaoanbau bis 2020 geeinigt haben, ist sie weiterhin auf dem Vormarsch. Was können Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gegen die weiterhin bestehende Ausbeutung von Kindern unternehmen? Welche Strategien gibt es im Kampf gegen Kinderarbeit, insbesondere im Kakao- und Tabakanbau? Darüber informiert und diskutiert Gerhard Riess, zuständiger Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE und Mitglied des europäischen Gewerkschaftsnetzwerkes cocoanet.eu.

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Titelbild: Kinder bei der Kakao-Ernte in Ghana (Quelle: jugendeinewelt.at)

Rosa Luxemburg, Ökonomik und der Globale Süden

Workshop vom Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie/Journal für Entwicklungspolitik
(Samstag, 2. März, 13:00 bis 14:30 Uhr, Kursraum 6)

Rosa Luxemburg leistete einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis des Imperialismus am Beginn des 20. Jahrhunderts. In ihrem Buch Die Akkumulation des Kapitals kam sie 1913 zu der Erkenntnis, dass der Kapitalismus der ständigen Integration und Unterwerfung nichtkapitalistischer Sphären bedarf. Gewalt, Zwang und Überausbeutung seien demnach keine präkapitalistischen Residuen oder Abweichungen, sondern integraler Bestandteil der kapitalistischen Produktionsweise. Anlässlich einer Schwerpunktausgabe das Journal für Entwicklungspolitik (JEP) zur Relevanz ihrer Theorie, wollen wir uns gemeinsam mit den TeilnehmerInnen kritisch mit Luxemburgs originären Ideen beschäftigen. Anhand von originalen Textfragmenten diskutieren wir ihre Konzeptualisierung des Kapitalismus und die Wechselwirkung zwischen Kapitalismus und nichtkapitalistischen Sphären.

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Kritik der Migration. Wer profitiert und wer verliert.

Diskussion mit Hannes Hofbauer (Promedia Verlag)
(Samstag, 2. März, 15:00 bis 16:30 Uhr, Kursraum 11)

Ist Migration grundsätzlich zu bejahen? Oder ist sie nicht vielmehr ein wichtiger Bestandteil von Ausbeutungsstrukturen? Die Näherin in einer bengalischen Bekleidungsfabrik erfüllt jedenfalls vergleichbare Funktionen im weltweiten Konkurrenzkampf wie der aus Asien oder Afrika nach Europa gekommene Migrant. Beide sind gezwungen, ihre Arbeitskraft extrem billig auf den Markt zu werfen. Doch während sich die Öffentlichkeit darüber einig ist, Weltmarktfabriken in Billiglohnländern zu kritisieren, umgibt den Import billiger ArbeiterInnen in die Zentren der Weltwirtschaft ein Mythos von Mobilität, die als fortschrittlich gilt. Zu Unrecht. Denn das sozial, regional und kulturell zerstörerische Potenzial der Migration in den Herkunfts- und Zielländern gerät damit aus dem Blickfeld.

Hannes Hofbauer gibt einen historischen Überblick über die großen Wanderungsbewegungen und ruft die Ursachen dafür in Erinnerung, die von Umweltkatastrophen über Kriege bis zu Krisen reichen, von denen die allermeisten menschlichen Eingriffen geschuldet sind. So zeichnen allein von westlichen Allianzen geführte Kriege für Millionen entwurzelte Menschen verantwortlich, die ebenso ihrer Lebensgrundlagen beraubt sind wie jene, die von ihrem Land vertrieben werden. Diesen Verwerfungen ist es geschuldet, dass ganze Generationen junger Menschen im globalen Süden, aber auch im Osten Europas ihre persönliche Zukunft in der Emigration sehen.

Mit der Massenmigration aus der Peripherie werden die Folgen der weltweiten Ungleichheit nun auch in den europäischen Zentralräumen – negativ – spürbar. Deregulierungen am Arbeits- und Wohnungsmarkt erreichen neue Dimensionen. Eine politische Antwort darauf scheint nur die Rechte zu haben, indem sie statt einer notwendigen Kritik an der Migration die Migranten zu Sündenböcken macht. Die Linke hingegen sträubt sich, den strukturell zerstörerischen Charakter von Wanderungsbewegungen zu erkennen. Eine Kritik am Wesen der Migration und ihren Triebkräften sowie eine klare Benennung ihrer Opfer und Profiteure sind überfällig.

Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien und arbeitet als Publizist und Verleger. Im Promedia Verlag sind von ihm u.a. erschienen: „EU-Osterweiterung. Historische Basis – ökonomische Triebkräfte – soziale Folgen“ (2008), „Die Diktatur des Kapitals. Souveränitätsverlust im postdemokratischen Zeitalter“ (2014, 2. Auflage 2015) und „Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung“ (2016, 5. Auflage 2017).

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