Absage der 3. Rosa Luxemburg Konferenz

Aufgrund der von der österreichischen Bundesregierung verordneten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, wonach bis Anfang April alle Indoor-Veranstaltungen mit über 100 TeilnehmerInnen nicht mehr stattfinden dürfen, muss die Rosa Luxemburg Konferenz 2020 leider abgesagt werden.

Bereits gekaufte Tickets werden von der VHS Hietzing zurückerstattet. Um zumindest den finanziellen Schaden der Absage der seit einem dreiviertel Jahr vorbereiteten Konferenz zu lindern bitten wir alle solidarischen Menschen um Spenden an den Veranstalter („Unsere Zeitung“):

Via PayPal:

Klassisch:

Selbstverständlich freuen wir uns auch über Spenden mittels klassischer Direktüberweisung (IBAN: AT082020200404001364; BIC: SPAMAT21) oder in Form einer Bargeldsendung per Post (Verein „Unsere Zeitung – Die Demokratische.“, Gentzgasse 17/3/4, A-1180 Wien)

Wir bedanken uns im Voraus und hoffen, dass 2021 wieder eine Rosa Luxemburg Konferenz stattfinden kann.

Bernie Brigades – Internationale Solidarität in der Praxis

Workshop von „Solidarität“ im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 10:30 bis 12:00 Uhr
Kursraum 11

Am 3. November 2020 findet in den USA die Präsidentschaftswahl statt. Bei dieser Wahl geht es um viel. Oder anders: “Disaster Capitalism with Donald Trump or Democratic Socialism with Bernie Sanders”

Der linke Senator Bernie Sanders tritt bei den demokratischen Vorwahlen an, um im November 2020 gegen Donald Trump in den Ring um die US-amerikanische Präsidentschaft zu steigen. Durch seine Kampagne “Our revolution” und das radikale Wahlprogramm ist es gelungen tausende Menschen zu mobilisieren, Themen zu setzen und die ersten Vorwahlen zu gewinnen. Nicht nur wird die kommende Wahl in den USA Auswirkungen auf Österreich haben, wir können auch viel von unseren GenossInnen lernen. Als Solidarität organisieren wir deshalb die Bernie Brigaden – Freiwillige aus Europa, die Bernie Sanders‘ Kampagne und unsere GenossInnen von den Democratic Socialists of America (DSA) im Vorwahlkampf vor Ort unterstützen.

Wie dieser Austausch aussieht und wie wir gelebten Internationalismus in unseren Organisationen und darüber hinaus schaffen können, wollen wir mit euch diskutieren.

Solidarität ist eine Organisation mit dem Ziel lokale Strukturen und Initiativen innerhalb und außerhalb der österreichischen Sozialdemokratie mit Kampagnen- und Medienarbeit zu unterstützen und aktive Vernetzungsarbeit zu leisten, um Themen zu setzen und Kräfteverhältnisse zu verschieben. Linke Politik kann nur erfolgreich sein, wenn sie international organisiert ist. Wir wollen linke Kräfte in Europa und darüber hinaus zusammenbringen, um einander zu unterstützen, Wissen zu teilen und gemeinsame Aktivitäten zu organisieren.

Workshop-Koordinatoren: Oli White und Fabian Zickler

facebook-Veranstaltung

Zur Ästhetik des Ökomarxismus

Annährungen von Kunst und (populärer) Kultur an die radikale Kritik der herrschenden gesellschaftlichen Naturverhältnisse – Workshop mit Susann Witt-Stahl, Chefredakteurin von Melodie & Rhythmus

Samstag, 14. März, 13:00 bis 14:30 Uhr
Kursraum 6

Obwohl Marx und Engels die Lösung der ökologischen Frage als eine zentrale Voraussetzung für die Einrichtung einer menschlichen Gesellschaft begriffen hatten, wurde ihr zumindest in der Praxis revolutionärerer Bewegungen und im real existierenden Sozialismus wenig Bedeutung zugemessen. Entsprechend wenig Niederschlag findet der Ökomarxismus in der bildenden Kunst, im Theater- und Filmschaffen, selbst in der Literatur. Bei genauerer Betrachtung lassen sich aber Vorformen, Elemente, Ansätze aufspüren – vor allem in der linken (populären) Gegenkultur.

facebook-Veranstaltung

Titelbild: Susann Witt-Stahl (Foto: Christian Ditsch)

Ungarn nach zehn Jahren unter Viktor Orban

Workshop mit Matthias Istvan Köhler (junge Welt) im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 10:30 bis 12:00 Uhr
Kursraum 9

Im April 2010 siegte Viktor Orban mit seiner Partei Fidesz bei den Parlamentswahlen in Ungarn und errang eine absolute Mehrheit. Orban sprach von einer »Revolution in den Wahlkabinen« und der Geburt eines »Systems der Nationalen Zusammenarbeit«. Seither ist der ungarische Ministerpräsident zu einem Symbol der reaktionären Umstrukturierung in Europa geworden. Wir wollen in dem Workshop noch einmal den Beginn seiner Regierungszeit betrachten und die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre unter die Lupe nehmen.

facebook-Veranstaltung

Titelbild: pixabay

Rosa Luxemburg & Aleksandra Kollontai – zwei Revolutionär*innen im Portrait

Workshop der Sozialistischen Jugend Hietzing im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 10:30 bis 12:00 Uhr
Kursraum 10

Rosa Luxemburg und Aleksandra Kollontai sind zwei spannende Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Standpunkten zu Revolution, Arbeiter*innenbewegung und ihren Parteien. Ihre Schriften und Ideen beeinflussen uns bis heute mit ihren bahnbrechenden Erkenntnissen. Diese möchten wir uns genauer ansehen um aktuelle Schlüsse für unsere Arbeit als Sozialist*innen/Kommunist*innen und Linke zu formulieren.

facebook-Veranstaltung

 

Chile for Future? – Die Krise als Chance für ein gesamtgesellschaftliches NEU-DENKEN

Interaktiver Vortrag mit Marcela Catalán & Daniela Bichl von Chile despertó Viena im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 10:30 bis 12:00 Uhr
Kursraum 6

Seit Oktober 2019 finden in Chile regierungskritische Massendemonstrationen statt, welche unter dem Motto „Chile ist aufgewacht“ (Chile despertó) stehen. Die Bevölkerung fordert eine umfassende Reform des ultraliberalen Wirtschaftssystems, das in den letzten 30 Jahren große soziale Ungleichheiten gebracht hat und gleichzeitig ökologische Ressourcen konstant ausbeutet.

Wie zukunftsfähig ist das vielfach gepriesene „Musterland“ Chiles?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Massenprotesten in Chile und der Fridays for Future Bewegung?

In einem interaktiven Vortrag setzten wir uns mit dem Fortschrittsgedanken kritisch auseinander und überlegen gemeinsam wie internationale Solidarität aussehen kann.

facebook-Veranstaltung

Titelbild: Protestas en Chile (Carlos Figueroa; Lizenz: CC BY-SA 4.0)

„Danke! Wie Österreich meine Heimat wurde“

Lesung von Omar Khir Alanam im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 13:00 bis 14:30 Uhr
Vortragssaal (1. Stock)

„Danke! Wie Österreich meine Heimat wurde.“ von Omar Khir Alanam (edition-a)

Nach drei Jahren in Österreich spricht er so gut Deutsch, dass er an Poetry-Slams teilnehmen kann, er macht eine Ausbildung und lebt mit seiner Freundin in einer kleinen Wohnung in Graz. Sein entwaffnendes „Danke!“ lässt alle Beteiligten an der hitzigen Diskussion um Zuwanderung für einen Moment verstummen.

Omar Khir Alanam wurde 1991 in einem Vorort von Damaskus, in Ost-Ghouta, geboren und wuchs dort auf. Später studierte er in Damaskus und Latakia BWL. Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien musste er das Studium unterbrechen und seine Heimat verlassen. Zuerst floh er in den Libanon, dann in die Türkei. Im November 2014, nach zwei Jahren Flucht, kam er in Österreich an. Er lebt in Graz und absolviert dort eine Ausbildung zum Fachsozialbetreuer mit Schwerpunkt Kulturvermittlung. Im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz liest er aus seinem Bestseller-Buch „Danke! Wie Österreich meine Heimat wurde“, das im März 2018 im edition-a Verlag erschienen ist.

Das Buch widmet Omar Khir Alanam allen, die ihn seit seiner Flucht aus Damaskus unterstützt haben. Er nennt die vielen Menschen „Helden der Integration“ und lässt mit seinem leidenschaftlichen „Danke“ die hitzige Diskussion um Zuwanderung für einen Moment verstummen. Bekannt wurde Omar vor allem als Poetry-Slammer auf den Bühnen von Graz und Wien.

facebook-Veranstaltung

(Cover: Richard Griletz)

Im März 2020 erscheint sein neues Buch „Sisi, Sex und Semmelknödel“ im edition-a Verlag.

2015 kam er kurz vor der großen Flüchtlingswelle nach Öster­reich. Inzwischen lebt Omar Khir Alanam gut integriert mit seiner österreichischen Frau und einem kleinen Kind in Graz. In den ver­gangenen fünf Jahren hörte er sich von den Österreichern an, wie Araber sind und wie sie nicht sind. In diesem Buch vertauscht er die Rollen und erzählt den Öster­reichern, wie er selbst sie erlebt hat und was er über sie und die österreichische Seele herausge­funden hat. Eine witzige Abrech­nung, die es den Angesproche­nen ermöglicht, sich dennoch wertgeschätzt zu fühlen.

Titelbild: Marija Kanizaj (omarkhiralanam.com)

 

Selbstverwaltete Betriebe und ihre Auswirkungen auf Arbeit und Gesellschaft

Vortrag von Christian Kaserer im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Freitag, 13. März, 18.00 bis 19.30 Uhr
Kursraum 7

Ausgehend von der Frage, was Selbstverwaltung für den Arbeitsalltag und das darüber hinausgehende gesellschaftliche Leben bedeutet, hat sich der Journalist Christian Kaserer auf eine Spurensuche begeben. Ein Jahr lang ist er dafür durch Europa gereist und hat dabei nicht nur völlig verschiedene Betriebe und Projekte besucht, sondern vor allem Menschen und ihre Geschichten näher kennengelernt und dabei wichtige – auch hierzulande – nutzbare Erkenntnisse gewonnen. Das Ergebnis ist ein Buch, welches im April beim Linzer guernica Verlag erscheinen wird. Der Vortrag ist eine exemplarische Verdichtung davon.

Christian Kaserer arbeitet u.a. als Österreich-Korrespondent für die deutsche Tageszeitung junge Welt.

facebook-Veranstaltung

Titelbild: Lokalaugenschein bei der selbstverwalteten griechischen Seifenmanufaktur VIO.ME (Foto: Christian Kaserer)

Max Zirngast: „Die Türkei am Scheideweg“

Buchpräsentation im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Freitag, 13. März, 16.00 bis 17.30 Uhr
Kursraum 11

Die Türkei befindet sich auf einem Weg in eine ungewisse Zukunft: Freude und massenhafte Kreativität von Gezi 2013, der Aufschwung der Frauenbewegung und Aufstieg der pro-kurdischen linken HDP stehen permanentem Krieg, Militärputsch, Präsidialdiktatur und ausufernder Repression des Regimes gegen alles Oppositionelle gegenüber. Nicht zuletzt, wenn medial auch weniger beachtet, gegen kämpferische resp. linke Gewerkschaften, Belegschaften im Arbeitskampf und StreikführerInnen. Auch wenn die heißeste Phase vorbei scheint, gehen die turbulenten Zeiten in der Türkei weiter.

Max Zirngast, gebürtiger Österreicher, Journalist, Student und sozialistischer Aktivist, ist aus Interesse in das Land gezogen, hat sich dessen Sprachen und kulturelle Besonderheiten angeeignet. Aus diesem Blickwinkel heraus hat er zahlreiche politische Artikel zur Türkei, zu den USA, zu Europa und zu Kunst und Kultur auf Englisch, Deutsch und Türkisch verfasst. Wie so viele oppositionelle und kritische Menschen wurde Max Zirngast am 11. September 2018 in Ankara festgenommen und anschließend wegen Verdacht auf „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation“ verhaftet. Erst nach über drei Monaten Gefängnis wurde er wieder freigelassen und am 11.September 2019, genau ein Jahr nach der Festnahme von allen Vorwürfen freigesprochen. Besonders die Solidaritätskampagne #FreeMaxZirngast setzte sich damals für seine Freilassung ein.

Das Buch „Die Türkei am Scheideweg“ versammelt seine Artikel und liefert Hintergründe zu den Umständen seiner Inhaftierung, denn als er sie verfasst, ist der Freispruch noch nicht in Sicht.

facebook-Veranstaltung