Ist die Inklusion im Kapitalismus möglich?

Buchvorstellung und Diskussion im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 13:00 bis 14:30 Uhr
Kursraum 7

Soziales Netzwerk, Sozialraumorientierung, Inklusion und gesellschaftlicher Fortschritt von we-progress, Mark Staskiewicz.

Der Autor stellt sein neues Buch vor, dass seit Jänner 2020 vertrieben wird. Diskutiert soll die Frage werden, ob Inklusion im Kapitalismus möglich ist und ob die Inklusion bzw. Sozialraumorientierung ggf. auch kapitalismuskritische Bestandteile hat?

Einige Erfolgsfaktoren, die es in der sozialen Netzwerkarbeit im Bereich der Sozialraumorientierung und Inklusion gibt, sind in diesem Buch zu finden. Des Weiteren ist die Einordnung von sozialen Netzwerken und der Inklusions- bzw. Sozialraumarbeit zueinander bestimmt. Außerdem werden die Auswirkungen für die Organisationsentwicklung aufgezeigt und konkrete Empfehlungen an die sozialen Träger entwickelt. Das Ergebnis zeigt die große Bedeutung der sozialen Netzwerkarbeit für eine erfolgreiche Sozialraumarbeit und für die Erreichung von Fortschritten im Bereich der Inklusion. Die Arbeit belegt ferner wie weitreichend die Inklusionsforderung ist, dass sie mit den polit-ökonomischen Verhältnissen betrachtet und nur durch deren Veränderung umgesetzt werden kann und muss. Der Autor bietet eine neue, selbst entwickelte, Inklusionsdefinition an.

Mark Staskiewicz hat langjährige Leitungserfahrung eines Wohnverbundes für Menschen mit Behinderung, ist im Bereich von Supervision, Coaching, Prozessbegleitung Inklusion und Organisationsentwicklung tätig. Er engagiert sich in der Sozialraumarbeit, u.a. als Obmann des Nachbarschaftsvereins Interessensgemeinschaft Wohnalage Messequartiers, als Obfrau-Stelvertreter des Vereins Welt ohne Grenzen und ist Moderator des Netzwerks Inklusiove Bildung in der Steiermark. Desweiteren ist er Mitglied der KPÖ in Graz und für die Liste GLB-KPÖ im Arbeitskreis für Pflege und Sozialberufe der Arbeiterkammer Steiermark. u.a. ist er auch Autor von Broschüren wie „Sozialismus-Diskussion“.

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Die begrenzte Demokratie

Workshop im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 13:00 bis 14:30 Uhr
Kursraum 1

Impulsvortrag und Diskussion mit Birge Krondorfer (Frauenhetz)

Die liberale Demokratie ist von Aussen und von Innen infrage gestellt. Wir müssen uns mit dieser widersprüchlichen politischen Organisationsform auseinandersetzen, wir müssen ihre historischen und aktuellen Ausschlüsse wahrnehmen, unseren Lebensstil befragen und Pluralität und Solidarität, also Konfliktfähigkeit als Essenz des Demokratischen zu schützen.

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Demokratie statt EU-Imperium

Diskussion im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Freitag, 13. März, 18.00 bis 19.30 Uhr
Kursraum 11

Die Nation war auch in Österreich der politische Rahmen, in welchem sich schüchternen Ansätze von Demokratie entwickelten. Der Wohlfahrtsstaat wurde in der Zweiten Nachkriegszeit zum Ziel und Gipfel dieser Politik. Damit erreichte das System die Integration der Arbeiter und der Bevölkerung. Doch bald wurde dies den Eliten zu teuer. Aber wie sollten sie dies ändern, ohne die Integration zu gefährden, ohne in Faschismus abzugleiten?

Das post- und supranationale Imperium war eine geniale Idee. Die Bürokratie in Brüssel und Frankfurt zog alle wesentlichen politischen Entscheidungen an sich. Dazu aber mussten sie die Nation Österreich diskreditieren. Man sagte somit „Europa“. Das globale Finanz- und Industriekapital wird bedient. Die äußere Form des Parlamentarismus verblieb; die liberale Demokratie wurde so zum Fetisch der Eliten und ihrer Intellektueller. Wird die Bevölkerung diese Entmächtigung auf die Dauer wirklich mittragen?

Input von Albert F. Reiterer, Autor des Buches „Nation und Imperium“ (guernica-Verlag, 2019) und Boris Lechthaler, Solidarwerkstatt Österreich.

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Friedensarbeit in Österreich

Workshop im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Freitag, 13. März, 18.00 bis 19.30 Uhr
Kursraum 9

Das Aktionsbündnis für Frieden, aktive Neutralität und Gewaltfreiheit (AbFaNG) lädt dazu ein, Vorschläge für friedensstiftende Aktionen zu besprechen mit:

  • Peter Weish (Forum Wissenschaft und Umwelt)
  • Ilse Kleinschuster (Initiative Zivilgesellschaft)
  • Nadja Schmidt (Internat.Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen – ICAN Österreich)
  • Wilfried Leisch (Gewerkschafter gegen Atomenergie und Krieg)
  • Gerhard Kofler (Friedens-Attac)
  • Franz Sölkner (Rüstungsatlas Österreich)

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Vor welchen gemeinsamen Herausforderungen stehen Friedens- und Klimabewegung?

Workshop im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Freitag, 13. März, 16.00 bis 17.30 Uhr
Kursraum 9

Im Frühjahr 2020 findet mit „Defender 2020“ das größten NATO-Militärmanöver seit einem Vierteljahrhundert statt. Zehntausende SoldatInnen und tausende gepanzerte Fahrzeuge werden – mit enormem fossilen Aufwand – kreuz und quer durch Europa transportiert, um den Aufmarsch gegen Russland zu proben. Die EU investiert Milliarden, um Transportwege für diesen Truppentransporte „panzerfit“ zu machen. Auch unter türkis-grün soll der Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen fortgesetzt werden. Ab dem 2. Halbjahr stehen über 600 österreichische SoldatInnen „Gewehr bei Fuß“, um auf Zuruf des EU-Rats im Rahmen der EU-Battlegroups in Rohstoffkriege zu ziehen. Es gibt viele Gründe für Friedens- und Klimabewegung gemeinsam zu handeln. Konkrete Schritte in diese Richtung sollen bei diesem Workshop diskutiert werden. (Veranstalter: Solidarwerkstatt)

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Freie Radios in Österreich

Workshop im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Freitag, 13. März, 16.00 bis 17.30 Uhr
Kursraum 1

In Österreich arbeiten Radiomacher*innen in 14 Freien Radios an Medienprogramm abseits der Mainstream-Medien. Die Freien Radios geben Menschen eine Stimme, die sonst weniger in den Medien vorkommen (z.B.: Menschen mit anderen Erstsprachen, Kinder und Jugendliche, Minderheiten, etc) und es werden Themen und Ideen diskutiert, die sonst wenig Gehör finden.

Zoraida Nieto und Eva Neureiter stellen Radio Orange, das Freie Radio in Wien vor, das seit über 20 Jahren sendet und von 500 Radiomachenden bespielt wird.
Bei Interesse der Teilnehmer*innen können auch eigene Aufnahmen (z.B.: Interviews) gemacht werden.

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Jiddische Revolutions- und Widerstandslieder

Musikalische Eröffnung der III. Rosa Luxemburg Konferenz von Isabel Frey

Freitag, 13. März 2020, 15:15 – 16:00 Uhr
VHS Hietzing (großer Saal)
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Isabel Frey macht revolutionäre jiddische Musik und setzt sich mit der jüdischen Diaspora auseinander. Bekannt geworden ist die junge Künstlerin einer größeren Öffentlichkeit durch ihre Auftritte bei den Donnerstagsdemos in Wien.

Isabel träumt von „einer Welt, wo wir unserer Kreativität freien Lauf lassen können und unsere Handlungen aus eigener Motivation heraus mit dem Wunsch setzen, einander zu helfen oder etwas Neues zu schaffe… und ich wünsche mir eine Art des Zusammenlebens im Einklang mit der Natur, die anerkennt, dass unser Planet bedroht ist“, erzählt sie im Interview mit Alexander Stoff (Unsere Zeitung). Das passt perfekt zu Rosa Luxemburg und zur Eröffnung der III. Rosa Luxemburg Konferenz in Wien unter dem Motto: „Rosa for Future“

Ejns,
tswej,
draj,
fir,
arbetlose senen mir,…

In weiterer Folge:

Workshop mit Isabel Frey: Jiddische Arbeiter*innenlieder

Freitag, 13. März, 18:00 bis 19:30 Uhr (Kursraum 1)

„Plädoyer eines Märtyrers“

Eine Groteske

Szenische Lesung von Peter Veran im Rahmen der III. Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März 2020, 17 Uhr
VHS Hietzing (großer Saal)
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Österreich im Jahr 2020: 86 Jahre nach dem Aufstand im Februar 1934 gegen die sich verfestigende Diktatur wird der damalige Bundeskanzler Engelbert Dollfuß aus seinem Grab in Wien-Hietzing exhumiert. Man setzt ihm ein selbstheilungskraftaktivierendes, linksgedrehtes Licht-Stammzellenpflaster einer lebensberatenden Verganzheitsmedizinerin exakt an jene Stelle, an der einst die Zirbeldrüse gesessen sein mag. Dann stellt man ihn vor Gericht.

In diesem Rahmen spielt Peter Verans literarische Groteske, in der sich Engelbert Dollfuß vor Gericht, vor der Geschichte und vor der LeserInnenschaft rechtfertigen muss. Die Anklagepunkte sind umfassend: Vielfacher Mord, schwere Körperverletzung, Folter, Hochverrat, Landfriedensbruch, Erpressung, tausendfache Freiheitsentziehung, Raub, Diebstahl und Amtsmissbrauch werden als Tatbestände genannt. Darauf muss der im Juli 1934 von Nationalsozialisten ermordete und später zum Märtyrer stilisierte Ex-Diktator eine Antwort finden.

Nach der kurzen Aufnahme der Personalien legt Dollfuss gleich los. Sachgerecht beraten von seinem Verteidiger ist ihm bewusst, dass die vorgeworfenen Tatbestände erfüllt sind; und zwar nach dem geltenden Recht zum Zeitpunkt seines Verfassungsbruches ebenso wie nach heutiger Judikatur. In einem hochtrabenden Eingangsplädoyer tritt er die Flucht nach vorne an und erklärt dem hohen Gericht seine Motive, seine Ziele und seine Handlungsspielräume. Seine Taten seien gerechtfertigt, zumindest entschuldbar, juristisch sowie moralisch. Er und seine Anhänger hätten sich in einem Notstand befunden und gar nicht anders handeln können, um großen Schaden von Österreich und seinem Volk abzuwenden.

Peter Veran lässt im zweiten Teil seiner Groteske dem Redeschwall des Märtyrers – vor dem kenntnisreich recherchierten, historischen Hintergrund – freien Lauf. Der Autor legt dabei seinem Protagonisten historische ebenso wie aktuelle Sprache in den Mund und verknüpft Dollfuß‘ Vortrag mit der gegenwärtigen politischen Situation in Österreich.

Im dritten Teil antwortet die vorsitzende Richterin des Geschworenengerichts prägnant und pointiert dem Märtyrer – und widerspricht damit einer Geschichtsauffassung, die Österreichs Gang in Faschismus und Diktatur noch heute schönreden will.

LESEPROBE: Der Märtyrer weiß, was es geschlagen hat…(Die Anfänge)

Der Autor

Werner Anzenberger ist Peter Veran

Peter Veran ist das literarische Pseudonym des 1962 in Leoben geborenen, promovierten Juristen und Historikers Werner Anzenberger. Er hat zahlreiche Publikationen zum Austrofaschismus vorgelegt, darunter „Absage an eine Demokratie. Karl Kraus und der Bruch der österreichischen Verfassung 1933/34“ (1997), „Widerstand für eine Demokratie: 12. Februar 1934“ (2004), „Die österreichische Diktatur – Ein faschistisches Gewaltregime?“ (2017) sowie „130 Jahre Koloman Wallisch. Ein sozialer Gestalter zwischen Demokratie und Diktaturen“ (2019). Webseite: www.werneranzenberger.at