SOS Balkanroute: Wie brutal ist unsere Grenzpolitik?

Bosnische Flüchtlingsmütter berichten im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020 über die humanitäre Katastrophe am Balkan

Samstag, 14. März, 15:00 bis 16:30 Uhr
Kursraum 12
facebook-Veranstaltung

Nachrichten über Horror-Flüchtlingscamps auf Müllhalden und Berichte über brutale Gewalt durch Grenzpolizisten an der EU-Außengrenze zu Bosnien sind mittlerweile auch nach Österreich durchgedrungen. Die von Kanzler Sebastian Kurz angekündigten hässlichen Bilder ebenso – auch wenn sie in den großen Medien des Landes eher wenig zu finden sind.

Obwohl das Lager Vučjak, der größte Schandfleck der Krise im Nordwesten Bosniens, mittlerweile auf internationalen Druck geschlossen wurde, ist die Krise keineswegs zu Ende: Nur 280 Kilometer Luftlinie von Österreich entfernt kämpfen Menschen ums nackte Überleben in den vielen wilden Camps. Vergessen von allen – von allen bis auf Frauen wie Zemira Gorinjac und Zehida Bihorac, den lokalen Flüchtlingsmüttern, den Ute Bocks der grenznahen Städte Bihać und Velika Kladuša.

Zemira Gorinjac (Foto: Ben Owen-Browne)

Zemira und Zehida, die von den Flüchtlingen auch „Mama“ genannt werden, gehören in dieser humanitären, aber auch menschenrechtspolitischen Katastrophe zu den wohl letzten Boten der Menschlichkeit. Jeden Tag sind sie bei den Flüchtlingen und versuchen dabei den Geflüchteten nicht nur Kleidung und Essen zu geben, sondern auch den letzten Funken menschlicher Würde zu retten.

Die Frauen berichten nicht nur als Zeugen, sondern als Protagonisten, die mit den Folgen ausgrenzender europäischer Grenzpolitik tagtäglich umgehen müssen. Der pakistanische Flüchtling Ehtsehsam Liaqat Awan, der die Hölle von Bihać und die Polizeigewalt hinter sich hat, kommt zu uns aus Italien, wo er mittlerweile seinen Asylstatus geklärt hat.

Der Vortrag wird von „SOS Balkanroute“ organisiert, einer humanitären Initiative, die mittlerweile sieben Hilfstransporte innerhalb weniger Monate nach Bosnien getragen hat. Die Initiatoren, der Wiener Rapper Kid Pex und die oberösterreichische Flüchtlingsmama Brigitte Holzinger, wollen nun nach der humanitären auch die informative Offensive in die Gänge bringen. Zeit, die ganze Wahrheit über europäische Asylpolitik zu erfahren.

Zu Gast:

  • Zemira Gorinjac, die bosnische Ute Bock, Obfrau des humanitären Vereins „Solidarnost“ aus Bihać (Bosnien-Herzegowina)
  • Zehida Bihorac, ehrenamtliche Helferin in den wilden Camps von Velika Kladuša (Bosnien-Herzegowina)
  • Ehtsehsam Liaqat Awan, pakistanischer Flüchtling

SOS Balkanroute wird vertreten durch die Initiatoren:

Titelbild: Ben Owen-Browne

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