„Die neue ArbeiterInnenklasse“

Buchpräsentation von Veronika Bohrn Mena (ÖGB-Verlag) im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Freitag, 13. März, 16.00 bis 17.30 Uhr
Kursraum 10

Die Arbeitswelt wird zunehmend durch Angst und Unsicherheit geprägt. Mehr als zehn Prozent der Beschäftigten befürchten, dass sie innerhalb der nächsten sechs Monate ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Befristete Arbeitsverhältnisse und atypische Beschäftigung nehmen zu. Frauen sind davon noch stärker betroffen als Männer. Das durch die ArbeiterInnenbewegung hart erkämpfte Normalarbeitsverhältnis droht zu verschwinden.

Dieses Buch liefert nicht nur einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von prekärer Beschäftigung in Europa seit den frühen 1980er-Jahren. Auch betroffene ArbeitnehmerInnen kommen darin zu Wort. Sie berichten von ihrem Leben und Leid mit miesen Jobs und prekären Arbeitsbedingungen. Mit ihrer Hilfe und durch sie zeigt die Autorin einfühlsam auf, was Hungerlöhne, fehlender rechtlicher Schutz und mangelnde soziale Absicherung für die Betroffenen und ihre Angehörigen tagtäglich bedeuten.

Nicht zuletzt macht das Werk eindrucksvoll deutlich, dass für Arbeitende kein Weg daran vorbeiführt, sich selbst als Kollektiv zu begreifen. Denn sie bilden unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe und ihrem Alter eine Gemeinschaft, die mit den gleichen Problemen kämpft. Solidarisches Handeln stellt für lohnabhängige Menschen die einzige Möglichkeit zum Machtausgleich dar. Dieser ist nötig, um ein selbstbestimmtes, sicheres und chancengerechtes Leben für alle durchzusetzen.

„Ein sehr wichtiges Buch, das spürbar macht, wie eng Wirtschaft, Leben, Geld, Arbeit und Glück zusammenhängen.“ Sibylle Hamann

„Frei nach Marx: Fahrradkuriere, Pflegekräfte, Schichtarbeiterinnen, Crowdworker, Selbstständige und Journalistinnen, vereinigt euch!“ Taz, 24.11.2018

„Bohrn Mena findet deutliche Worte: „Es geht um die Verteilung von sehr viel Geld und Macht, darum, wer ,flexibel‘ sein soll und wer rücksichtslos die eigenen Interessen durchsetzen kann.“ Freitag, Ausgabe 45/2018

Die neue ArbeiterInnenklasse
Menschen in prekären Verhältnissen
Veronika Bohrn Mena
212 Seiten, € 19,90
3. Auflage 2020, ÖGB-Verlag
ISBN: 978-3-99046-451-9
Bestellung: besserewelt.at

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„Narrenschiff auf großer Fahrt“

Buchpräsentation von Mladen Savić im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 15:00 bis 16:30 Uhr
Kursraum 7

Mladen Savićs dritter Essay-Band misst das Gegebene am Möglichen und ist insoweit politisches Dynamit. Das Buch zeichnet mit seiner Schiffsmetapher eine gefühlt zukunftslose Gesellschaft: immer närrischer, immer widersinniger, wie getrieben, mitunter mit Narren am Ruder, umherirrend auf hoher See, irgendwie sich selbst überlassen in den Wogen der Weltgeschichte. Neue Ufer hat die Menschheit noch nicht erreicht und, genau genommen, auf ihrer Reise nicht einmal anvisiert. Die orientierungslosen Massen, wissend, dass es so nicht weitergeht, werden allmählich nervös. Machbar wäre mehr. Derweil wachsen ganze Generationen auf in Angst vor dem ökologischen Aus. Wie lässt sich wahre Veränderung da noch denken?

Die vorliegenden Essays versuchen, dieser intellektuellen Verunsicherung beizukommen durch kritische Analyse und konkrete Utopie. Verschiedene Horizonte tun sich hier literarisch auf und viele Themen werden mit frecher Feder bedient: von Liebe über Logik bis zu Revolution und Krieg, vom rechten Österreich bis zum korrupten Balkan – lauter Texte, die Kontexte liefern. Wenn Realität von Satire nun kaum mehr zu unterscheiden ist, weil die Welt wieder kopfzustehen scheint, ist man dem Zynismus der Macht begegnet, wie alle Zeiten ihn gekannt haben und kennen. Engagierte Literatur stellt, so gesehen, nur einen Akt der Selbstverteidigung dar, gegen gesellschaftliche Entwicklungen zum Schaden der Menschen. Wer will schon auf einem Narrenschiff leben!

„Jedes Wort auf diesem Stück Papier reiht sich ein in die gewaltige, geschichtliche Stimme der Namenlosen, die sich sehnsüchtig den Untergang dieses fundamental falschen Systems herbeiwünschen. Es wäre zu wünschen, dass die Mächtigen eines Tages wieder angsterfüllt vor deren Donnerchor ohne Rang und Namen erzittern. Wo sollten sie auch hin! Auf der Erde sind alle Gefangene; von hier gibt es kein Entkommen.“

Mladen Savić, geboren 1979 in Zagreb im blockfreien Jugoslawien, 1985 nach Österreich eingewandert, 1998 nach Québec, Kanada, übersiedelt. Philosophiestudium an der Bishop’s University in Lennoxville, Abschluss 2006. Rückkehr nach Wien 2007. Nun freischaffender Autor, Lektor und Übersetzer, Mitglied des österreichischen PEN-Clubs. Bucherscheinungen: Mücken und Elefanten. Essays, Reflexionen, Polemiken, Drava-Verlag, Edition TRI, 2016. Kurzgeschichtensammlung „Alltagserlebnisse“, Edition Taschenspiel, Verlag beim Augarten, 2016. Exklusivpublikation „Ein Fahrraduniversum“ zur internationalen Wiener Fahrradschau 2016, Verlag beim Augarten. Feuer am Dach. Essays, Reflexionen, Polemiken, Drava-Verlag, Edition TRI, 2017.

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Einseitige Zwangsmaßnahmen: ein imperialistisches Instrument für den „regime-change“

Seminar der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft im Rahmen der Rosa Luxemburg Konferenz 2020

Samstag, 14. März, 13:00 bis 14:30 Uhr
Kursraum 3

Einseitige Zwangsmaßnahmen werden immer häufiger gegen souveräne Länder und Regierungen eingesetzt, die sich nicht der herrschenden kapitalistischen Weltordnung unterordnen. Völkerrechtswidrige Sanktionen und Blockaden werden verhängt, welche unmittelbare Folgen für die Entwicklung der Länder und das alltägliche Leben ihrer Bevölkerungen haben. Diese menschenrechtswidrigen Folgen sind beabsichtigt, denn die Bevölkerungen sollen zum Aufstand gegen die eigenen Regierungen getrieben werden.

Dieses Seminar…

  • gibt einen kurzen Überblick zu „einseitige Zwangsmaßnahmen“
  • zeigt das konkret auf an der Lage Kubas (angefragt: Botschafterin der Republik Kuba)
  • und Venezuelas (angefragt; Botschafter der Bolivarischen Republik Venezuela)
    Anschließend Fragen, Gedankenaustausch

Hände weg von Kuba, Venezuela, Nicaragua, von Syrien, Iran und Dutzende andere Länder!

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