Ein 12-Stunden-Tag für Österreich

Diskussion des Arbeitskreis Gegenpositionen
(Samstag, 2. März, 15:00 bis 16:30 Uhr, Kursraum 8)

Unter dem Protest der Gewerkschaften kam die österreichische Regierung im Jahr 2018 einer jahrelangen Forderung der Arbeitgeber nach und ordnete eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten an: Die können seit 1. September 2018 ihre Belegschaften bis zu 12 Stunden arbeiten lassen, ohne dass es dafür noch einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat bedarf. Der Arbeitnehmer bekam eine ‚Freiwilligkeitsgarantie‘ geschenkt, er darf die 11. und 12. Stunde also „ohne Angabe von Gründen“ ablehnen und „deswegen nicht benachteiligt werden“.

Damit sich keiner in der Republik darüber täuscht, wie notwendig und vernünftig das neue Arbeitszeitgesetz ist, betrieb die Wirtschaftskammer im Vorfeld eine großflächige Aufklärungskampagne in Lyrik und Prosa, in der sie es explizit auf den Nachweis anlegte, dass auch und gerade für die Bedürfnisse moderner Arbeitnehmer die Neuerungen eine gute Nachricht seien.  In der Empörung, die sie von den Betroffenen erntete, gingen ihre Auskünfte über ein paar hässliche Wahrheiten bezüglich der ersten 8, 9 oder 10 Stunden des Arbeitstages und der verbleibenden Freizeit, mit denen sie ihr Publikum agitierte, leider ziemlich unter. Sie und auch ihre gewerkschaftlichen Widersacher gaben im Streit über den 12-Stunden Tag auf ihre Weise

Auskunft über die Widersprüche der Erwerbsquelle Lohnarbeit

die – auch in gschpasiger Mundart vorgetragen – alles andere als eine österreichische Spezialität sind, sondern zur kapitalistischen ‚Arbeitswelt‘ und ihren anerkannten Fortschritten gehören. Was man an den von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierung vorgetragenen Argumenten pro und contra des neuen 12-Stunden Tages über die Widersprüche der Erwerbsquelle Lohnarbeit lernen kann, diskutieren wir mit allen Interessierten.

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Titelbild: pixabay.com/User: geralt; public domain

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